Boomtown

ab September 2020

Mit Boomtown präsentieren wir erstmals eine eigene Produktion. Die 20-minütige Immersion zum Jahr der Industriekultur in Sachsen setzt sich gezielt mit Leipzigs industrieller Geschichte zwischen 1840 und 1989 auseinander.

Im Mittelpunkt von “Boomtown” stehen die Stadtteile Lindenau, Plagwitz und Schleußig, deren Entwicklung von Dörfern vor der alten Stadtmauer hin zum städtischen Industriestandort anhand von authentischem Bild- und Filmmaterial gezeigt wird.

Die Besucher erleben mit “Boomtown” eine Immersion voll mit Orten, Plätzen und Gebäuden aus ihrem jetzigen Lebensalltag, erblicken sie aber in ihrer industriellen Ursprünglichkeit. Orte, die nun Heim für die Kreativwirtschaft, Freizeitwirtschaft oder gar für Familien und Kinder sind, waren vor nicht allzu langer Zeit noch erfüllt von Hitze, Lärm und Ruß. Die Wurzeln vieler aktueller Widersprüche sind in der 20-minütigen Videoshow zu sehen.

Für die wissenschaftliche Betreuung von “Boomtown” ist Anne Dietrich, Promovendin der Universität Leipzig, zuständig. Sie betrieb umfangreiche Archivarbeiten und Quellenstudien, mehr als ein halbes Jahr hat sie für die Materialsichtung aufgewendet. So recherchierte sie unter anderem im Sächsischen Wirtschaftsarchiv, im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, im Sächsischen Staatsarchiv Leipzig und dem Leibniz Institut für Länderkunde. Mit dem gewonnen Material konnte es überhaupt erst zum gelungenen Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft für die immersive digitale Show kommen.

Die Künstler um Napoleoni konnten mit einer Vielzahl historischer Abbildungen, Karten und Plänen arbeiten. Auf dem Material sind u.a. Überschwemmungsgebiete, Kanalbauarbeiten und die Anschlüsse des Eisenbahnnetzes zu erkennen. Historische Postkarten, holen bekannte Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele wie den Felsenkeller, den Palmengarten oder Charlottenhof aus ihren Gründungsjahren ins Jetzt.

Der Komponist Lorenzo Pagliei ließ sich von dem verwendeten historischen Bildmaterial von der Visualisierung inspirieren und arbeitete in die musikalische Untermalung authentische Geräusche, wie zum Beispiel das Glockengeläut der Philippuskirche in Lindenau/ Plagwitz, aus direkter Umgebung ein.

Künstler
Ginevra NAPOLEONI, Francesca SCARPONI, Valerio CIMINELLI - SOUNDTRACK Lorenzo PAGLIEI (IT)

Betreuung
Anne Dietrich

In Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.