Die Geschichte - Das Kunstkraftwerk war einmal ein Heizkraftwerk

„Kohle zu Kunst“ ist nicht nur ein  Titel, sondern ein realer Transformationsprozess. Dieses Gebäude war ursprünglich kein Ausstellungsort, sondern ein funktionierendes Heizwerk mit klaren Abläufen, harter körperlicher Arbeit und technischer Präzision. Wer heute Kunst erlebt, bewegt sich durch einen Ort, an dem früher Kohle, Hitze, Dampf und Asche den Alltag bestimmten.Dieser Parcours folgt dem Weg der Kohle durch das Gebäude und erzählt zugleich vom Wandel eines technischen Arbeitsortes zu einem Ort der kulturellen Produktion.

  • Früher: Kohle, Hitze, Staub & Lärm
  • Heute: Licht, Klang, Bild & Immersion

Willkommen in der Geschichte des KKWs. Viel Spaß beim entdecken alter Relikte. 

Herr Knospe - Die Stimme / Gedächtnis des Ortes

Lernen Sie Wolfgang Knospe kennen: Die Erinnerungen des ehemaligen Mitarbeiters und Schichtführers Herrn Knospe machen das Heizwerk für einen kurzen Moment lebendig.  Durch seine Erzählungen wird dieser Ort nicht nur als technische Anlage sichtbar, sondern als Arbeitswelt mit Routinen, Stolz, Können und persönlichen Geschichten.

Herr Knospe ist nicht nur Zeitzeuge, sondern führt als Erzählfigur mit kurzen „Knospe erzählt“-Videos durch den Parcours. Seine Erinnerungen machen die Technik verständlich und geben dem Gebäude eine menschliche Stimme. 

Wolfgang Knospe stellt sich vor:

DER WEG DER KOHLE
Wichtigster Ablauf im Gebäude

Kohleplatz und Kohleanlieferung

Der Beginn des Kreislaufs

Was heute der Parkplatz ist, war früher der  Lager- und Anlieferungsbereich der Braunkohle.

Funktion:
Hier begann der Weg der Kohle durch das Heizwerk. Die Kohle wurde über Zufahrtsstraßen und Bahntransport häufig per LKW oder über Förderanlagen zum Kraftwerk auf den Hof geliefert, gelagert und mit Planierraupen/Maschinen zu großen Haufen  oft 3-4m hoch zur Weiterverarbeitung aufgeschoben. Der Platz war laut staubig. Der Kohleplatz diente als Pufferlager für große Mengen Kohle und sicherte den Betrieb auch bei Lieferverzögerungen.Die kontinuierliche Anlieferung war entscheidend, da ein Kraftwerk große Mengen Kohle pro Tag verbrauchte. Von hier aus startete der gesamte Energieprozess.

Fördertechnik:

Mit dem Elevator vom Hof in die Höhe

Reste oder Strukturen der Förderwege, Schächte, Aufzüge oder technische Verbindungselemente zwischen Hof und Innenraum.

Funktion:
Vom Kohleplatz aus wurde die Kohle mit Förderanlagen weitertransportiert. Über mechanische Systeme wie Ketten oder Becherwerke gelangte sie nach oben in das Gebäude, unter anderem in Turm 3. Diese Technik war notwendig, um den Brennstoff vom Hof zu den Bunkern und später zu den Kesseln zu bringen. Die Fördertechnik verband die einzelnen Arbeitsbereiche des Heizwerks zu einem funktionierenden Kreislauf.

Im Bauch des Bunkers:

Feuer, Rost, Brennkante

Große Speicherbereiche oder bauliche Strukturen, in denen die Kohle gesammelt wurde.

Funktion:
Die Kohle wurde vom Förderband in mehrere Bunker verteilt. In den Bunkern wurde die Kohle gesammelt und für die Verbrennung bereitgehalten. Von dort fiel sie dosiert weiter in die Kessel, wo sie verbrannt wurde. Dieser Bereich war technisch wichtig, aber auch gefährlich, besonders wenn Kohle festsaß oder im Winter gefror. Dann mussten Arbeiter eingreifen, oft unter schwierigen und riskanten Bedingungen. Die Bunker zeigen, wie eng Technik und körperliche Arbeit hier zusammengehörten.

Das Kesselhaus:

Wo aus Kohle Energie wurde

In der großen Kesselhalle standen drei funktionierende Kessel. Es war der Bereich, in dem die eigentliche Verbrennung stattfand.

Funktion:
Im Kesselhaus wurde aus Kohle nutzbare Energie. Die Rohbraunkohle gelangte auf die Roste, trocknete dort zunächst und verbrannte dann an der Brennkante. Die entstehende Hitze erhitzte Wasser und erzeugte Dampf, der für die Energieversorgung gebraucht wurde. Hier lag das Herz des Heizwerks, denn Feuer, Temperatur und Material mussten genau aufeinander abgestimmt sein. Das Kesselhaus war der zentrale Ort der Energieerzeugung.

Der Prozess:

Wasseraufbereitung/Salzraum:

Unsichtbar, aber unverzichtbar

In der großen Kesselhalle standen drei funktionierende Kessel. Es war der Bereich, in dem die eigentliche Verbrennung stattfand.

Funktion:
Nicht nur Kohle war wichtig, sondern auch richtig aufbereitetes Wasser. Ohne Wasser kein Dampf, ohne Dampf keine Versorgung. Bevor Wasser in die Kessel gelangte, musste es entkalkt und technisch vorbereitet werden, damit sich keine Ablagerungen in den Rohren bildeten. Dafür kamen Filter mit Wofatit und Regenerationsprozesse mit Salz zum Einsatz. Ohne diese Wasseraufbereitung hätten die Kessel schnell Schaden genommen. verbrannte dann an der Brennkante. Die entstehende Hitze erhitzte Wasser und erzeugte Dampf, der für die Energieversorgung gebraucht wurde. Hier lag das Herz des Heizwerks, denn Feuer, Temperatur und Material mussten genau aufeinander abgestimmt sein. Das Kesselhaus war der zentrale Ort der Energieerzeugung.Hinweise auf die Wasserbehandlung.

Wasser war wichtig für:

  • Kühlung
  • Dampferzeugung
  • technische Prozesse

Dampf und Wärme

Energie für die Stadt

Leitungen, technische Anschlüsse der Zusammenhang zwischen Erzeugung und Verteilung.

Funktion:
Das Heizwerk erzeugte nicht einfach nur Hitze, sondern versorgte verschiedene Verbraucher mit Dampf und Heißwasser. Die hier erzeugte Energie blieb nicht im Gebäude. Dampf und Heißwasser wurden dorthin geleitet, wo sie gebraucht wurden. Besonders eindrücklich ist der Hinweis auf die beheizten Stellflächen für Busse, die im Winter einsatzbereit bleiben mussten. Das Heizwerk war damit Teil eines größeren städtischen Netzes.

Maschinenhaus und Filterraum

Was von der Verbrennung blieb

Filteranlage im Maschinenbereiche, Filtertechnik oder Räume, in denen die Rauchgase weiterbehandelt wurden.

Funktion:
Bei der Verbrennung entstand nicht nur Energie, sondern auch Rauchgas und Flugasche, die weiterverarbeitet werden mussten.Ein wichtiger Umweltaspekt, da die Rauchgase nicht einfach ungefiltert in die Luft abgegeben wurden, sondern im Maschinenhaus über Filteranlagen gesammelt wurden, bevor sie in den Schornstein gelangten. Ein aufwendiger und oft unterschätzter Teil des Betriebs. 

Labyrinth und Aschekeller

Die schwere Arbeit unter Tage

Den teilweise original erhaltenen Aschekeller und unterirdische Transportwege (Heutiger Keller und Labyrinth)

Funktion:
Unterhalb der Kessel sammelte sich die verbrannte Kohle als Asche. Diese wurde über Schurren, Bänder und Wagen weitertransportiert und aus dem Gebäude gebracht. Der Aschekeller war heiß, eng, laut und körperlich besonders belastend. Hier wurde deutlich, wie anstrengend und gefährlich der Betrieb eines Heizwerks sein konnte. Dass Teile dieses Bereichs bis heute original erhalten sind, macht die industrielle Vergangenheit besonders eindrucksvoll.

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